
Wenn das letzte Curlingturnier der Saison vorbei ist und die Eisflächen abgetaut sind, hört das Training für ambitionierte Rollstuhlcurler nicht auf. Im Gegenteil – die Sommerpause ist die Zeit, in der die Grundlagen für die nächste Saison gelegt werden. Wer im Herbst auf dem Eis Präzision zeigen will, beginnt jetzt mit der Vorbereitung.
Kraft und Stabilität im Oberkörper
Der Wurf eines Curlingsteins aus dem Sportrollstuhl heraus erfordert kontrollierte Kraft. Athleten arbeiten in der Sommerpause gezielt an Schulter-, Rumpf- und Armmuskulatur – meist mit Hanteltraining, Therabändern und Stabilisationsübungen. Wichtig ist dabei: keine einseitige Belastung, sondern symmetrisches Training, damit die Wurfhand nicht überlastet wird.
Technik-Training trotz fehlender Eisfläche
Auch ohne Eis lässt sich an der Wurftechnik feilen. Viele Vereine nutzen den Sommer für Trockenübungen mit dem Delivery-Stick, für Videoanalysen vergangener Spiele oder für taktische Schulungen am Whiteboard. Wer einen vereinsinternen Trainerstab hat, plant in dieser Phase oft auch die Strategie für die kommende Wettkampfsaison.
Mentale Vorbereitung
Curling ist Kopfsport. Konzentration über mehrere Stunden, das Lesen des Eises, das ständige Anpassen der Taktik – all das erfordert mentale Fitness. Athleten arbeiten in der Sommerpause an Visualisierungstechniken, Stressmanagement und der Fähigkeit, in entscheidenden Momenten die Ruhe zu bewahren.
Equipment-Check für die neue Saison
Die warme Jahreszeit ist außerdem perfekt, um Material durchzugehen: Sind die Reifen am Sportrollstuhl noch in Form? Hat der Delivery-Stick die letzte Saison ohne Schaden überstanden? Sitzpolster, Handschuhe, Kleidung – was muss ersetzt, was nur gereinigt werden? Wer frühzeitig prüfen lässt und nachbestellt, vermeidet die Hektik im Spätherbst.
Wer früh mit der Vorbereitung beginnt, startet im Herbst nicht bei null. Und das macht in einem Sport, in dem Präzision über Sieg und Niederlage entscheidet, oft den entscheidenden Unterschied.