Demontierter Aluminium-Rahmen eines Sportrollstuhls auf einer Werkbank, im Hintergrund eine Lackierpistole
Vor dem Lackieren: Der demontierte Rahmen wird gereinigt und angeschliffen – die Vorbereitung entscheidet über das Endergebnis

Ein Sportrollstuhl macht über eine Saison hinweg einiges durch – Eisspritzer, Streusalzreste aus der Halle, kleine Stöße beim Transport. Wer den Rahmen vor der neuen Saison neu lackieren lässt oder selbst Hand anlegt, bekommt nicht nur optisch ein neues Sportgerät, sondern auch besseren Korrosionsschutz. Wer den Aluminium- oder Stahlrahmen selbst lackieren will, sollte sich vorher eine professionelle Anleitung zum Lackieren von Metalloberflächen durchlesen – die Vorbehandlung entscheidet hier über Haltbarkeit und Endergebnis.

Warum sich eine Neulackierung lohnt

Drei Gründe sprechen für den Aufwand: Korrosionsschutz, Vereinsfarben und Werterhalt. Gerade Aluminiumrahmen sehen zwar lange gut aus, oxidieren aber an Schadstellen unsichtbar weiter. Eine intakte Lackschicht stoppt das. Wer im Verein spielt, kann den Rollstuhl in den Mannschaftsfarben gestalten – ein Detail, das auf Turnieren auffällt und das Teamgefühl stärkt. Und wer den Rollstuhl irgendwann verkauft, bekommt für ein gepflegtes, frisch lackiertes Sportgerät deutlich mehr.

Vorbereitung ist die halbe Miete

Bevor überhaupt Farbe auf den Rahmen kommt, muss demontiert, entfettet und angeschliffen werden. Konkret heißt das: Polster, Reifen, Achsen, alle Anbauteile herunter. Anschließend wird der Rahmen mit Silikonentferner gründlich von Fetten, Wachsen und Pflegemittelresten befreit. Erst dann kommt der Schliff – bei Aluminium reicht in der Regel ein Anrauen mit Schleifvlies (rote Körnung). Stahlrahmen brauchen oft etwas mehr Aufmerksamkeit, vor allem an Schweißnähten und kleinen Rostpunkten.

Materialwahl: Grundierung, Decklack, Klarlack

Aluminium braucht eine spezielle Haftgrundierung (oft als Etch Primer oder Reaktionsgrundierung bezeichnet). Sie sorgt dafür, dass der eigentliche Lack überhaupt hält. Bei Stahl reicht meist eine klassische Korrosionsschutzgrundierung. Als Decklack haben sich 2K-Acryllacke bewährt – sie sind schlagfest, UV-stabil und chemisch widerstandsfähig. Wer Vereinsfarben oder ein Design aufträgt, sollte abschließend mit Klarlack versiegeln. Das macht den Lack robuster gegen Steinchen und Reinigung.

Selbst lackieren oder Werkstatt beauftragen?

Wer schon einmal ein Motorrad oder Fahrrad lackiert hat, traut sich auch einen Rollstuhlrahmen zu. Mit einer ordentlichen Lackierpistole, etwas Platz (Garage, kleiner Schuppen) und Geduld ist ein gutes Ergebnis machbar. Wichtig ist eine staubarme Umgebung und vernünftige Belüftung. Wer auf Nummer sicher gehen will oder mit Mehrschicht-Designs arbeitet, geht zur Pulverbeschichtung – das Ergebnis ist deutlich robuster, kostet aber ab etwa 150 bis 250 Euro pro Rahmen. Im Verein lässt sich manchmal eine Sammelaktion organisieren, das drückt den Preis pro Stück.

Pflege nach dem Lackieren

Frisch lackierte Rahmen brauchen Zeit. 2K-Lacke sind nach 24 Stunden staubtrocken, voll belastbar erst nach etwa zwei Wochen. In dieser Zeit am besten nicht mit aggressiven Reinigern oder Politurpads über den Lack. Später genügt warmes Wasser mit etwas Spülmittel und ein weiches Tuch. Streusalzreste aus der Halle sollten zeitnah abgewischt werden – auch ein guter Lack mag keinen Dauer-Salzkontakt.

Wer den Aufwand einmal investiert, hat für mehrere Saisons Ruhe. Und schiebt mit einem Rollstuhl auf die Sheet, der nicht nur funktioniert, sondern auch was hermacht.

Den Sportrollstuhl neu lackieren — was sich vor der neuen Saison lohnt